Wozu eine Imprägnierung bei Naturstein dient
Eine fachgerechte Imprägnierung erleichtert die tägliche Pflege von Naturstein. Spezielle Mittel gegen Flecken machen die Oberfläche zusätzlich abweisend gegen Öl, Fett, Wasser und Schmutz. So entstehen deutlich weniger Flecken. Das beschreibt das Fachmagazin Fliesen und Platten in seinem Grundwissen zur Pflege von Naturstein.
Ob Ihre Steinsorte eine Imprägnierung braucht und welches Mittel passt, steht in der Pflegeanleitung. Eine solche Anleitung gehört zu jedem Natursteinboden, weil sich die Sorten stark unterscheiden. Am besten übergibt sie Ihnen der Betrieb direkt nach dem Verlegen, und Sie bestätigen den Empfang.
Ein Sachverständiger für Naturstein hält fest, dass kein Gestein vollkommen dicht ist. Wasser und Flüssigkeiten können also immer ein Stück eindringen, bei porösen Sorten mehr als bei dichten.
So wird Naturstein imprägniert
Die Pflege beginnt schon beim Verlegen. Eine gute Reinigung direkt nach dem Bau entscheidet mit, ob die Imprägnierung später wirkt. Erst danach kommt das Mittel auf den Stein.
Gründlich reinigen
Der Stein muss sauber sein, damit er das Mittel aufnehmen kann. Reste von Mörtel und Schmutz kommen vorher weg.
Vollständig trocknen lassen
Die Restfeuchte im Stein muss unter 3 Prozent liegen. Fragen Sie den Betrieb, wie lange das bei Ihrem Boden dauert.
Gleichmäßig auftragen
Das Mittel kommt mit einer Rolle oder einem Pinsel auf den Stein. Überschüsse nehmen Sie direkt ab, spätestens nach einer halben Stunde.
Einwirken lassen und nacharbeiten
Nach etwa 15 Minuten wischen Sie mit Tuch oder Mopp nach und verreiben Streifen und Tropfen. Auf der Oberfläche dürfen keine Reste antrocknen.
Warten bis zum Betreten
Wann der Boden wieder begehbar ist, steht in der Gebrauchsanweisung. In der Regel sind es 48 Stunden.
Wie oft Naturstein neu imprägniert werden muss
Eine feste Frist in Jahren nennen die Fachquellen dieses Ratgebers nicht. Maßgeblich sind die Pflegeanleitung für Ihren Stein und die Gebrauchsanweisung des Mittels.
Eine Regel ist aber klar. Haben Sie einen Fleck mit einem Fleckenentferner behandelt, muss die Stelle danach wieder imprägniert werden. Bei starker Nutzung braucht der Boden außerdem von Zeit zu Zeit eine Grundreinigung mit einem Mittel, das dafür gedacht ist.
Diese Reiniger schaden Naturstein
Viele Mittel, die im Haushalt üblich sind, gehören nicht auf Naturstein. Manche greifen die Oberfläche an, andere hinterlassen einen Film oder treiben Wasser in den Boden.
| Reiniger oder Gerät | Was passiert | Besonders betroffen |
|---|---|---|
| Hausmittel wie Essig, Badreiniger oder Allzweckreiniger | Fachleute raten davon ab, säurehaltige Mittel schaden der Oberfläche | jeder Naturstein, vor allem Kalkstein und Marmor |
| Spülmittel und Waschmittel | setzen sich als Film fest und erschweren die Reinigung | jeder Naturstein |
| Echte Schmierseife und andere stark alkalische Reiniger | greifen polierte Flächen an | polierter Kalkstein und Marmor |
| Mittel gegen Zementschleier | rauen die Oberfläche auf und greifen jede Mörtelfuge an | Kalkstein und Marmor mit feiner Oberfläche |
| Saure Rostumwandler | ätzen die Oberfläche an | Marmor |
| Säure für mehr Rutschfestigkeit | kann auch harte Steine anätzen | auch Hartgestein wie Nero Impala |
| Hochdruckreiniger und scharfe Gegenstände | greifen die Struktur des Steins an | jeder Naturstein |
| Zu viel Wischwasser | zieht durch Risse und Poren in den Boden, Flecken und Salzränder folgen | poröser Stein, rissige Fugen |
Ein Fall zeigt, wie teuer ein falsches Mittel werden kann. Ein Boden aus dem Hartgestein Nero Impala in einem Geschäftshaus wurde mit Säure behandelt, damit er weniger rutscht. Die Säure griff den Stein an, und die ganze Fläche musste abgeschliffen werden.
So putzen Sie Naturstein im Alltag
Naturstein reinigen Sie im Alltag mit Besen und Wischmopp. Der Deutsche Naturwerkstein-Verband, ein Fachverband für Naturstein, rät grundsätzlich zu klarem Wasser, und zwar so wenig wie nötig. Je feiner die Oberfläche bearbeitet ist, desto vorsichtiger sollten Sie mit allen anderen Mitteln sein.
- Kehren Sie zuerst trocken.
- Wischen Sie mit Mopp oder Tuch und frischem Wasser, nur so nass wie nötig.
- Nehmen Sie bei Bedarf einen Reiniger für Naturstein und halten Sie sich an die Gebrauchsanweisung.
- Wischen Sie den Reiniger danach mit Wasser nach, damit keine Rückstände bleiben.
- Reinigen Sie die Fugen mit einem Mittel, das für Fugen geeignet ist.
Bei stärkerem Schmutz geben Sie etwas mehr Pflegemittel ins Wasser und schrubben die Stelle. Für mehr Glanz gibt es eigene Mittel zum Auffrischen.
Flecken auf Naturstein richtig entfernen
Öl, Fett, Kosmetik oder Rotwein können auf Naturstein Flecken hinterlassen, besonders Öl. Mit dem passenden Fleckenentferner gehen sie meist wieder weg. Danach muss die Stelle neu imprägniert werden.
Dunkle Ränder oder Wolken, die bald nach dem Verlegen auftauchen, sind etwas anderes. Sie kommen meist von unten aus dem Mörtel und nicht von der Oberfläche. Woher sie stammen, erklärt der Ratgeber zur Verfärbung von Naturstein nach dem Verlegen. Passende Fragen an den Betrieb vor dem Auftrag stehen im Ratgeber Naturstein verlegen lassen.
Häufige Fragen
Muss Naturstein imprägniert werden?
Ob Naturstein imprägniert werden muss, steht in der Pflegeanleitung für Ihre Steinsorte. Eine fachgerechte Imprägnierung erleichtert die tägliche Pflege. Die Anleitung sollte Ihnen der Betrieb direkt nach dem Verlegen übergeben.
Wann ist frisch imprägnierter Naturstein wieder begehbar?
Frisch imprägnierten Naturstein betreten Sie meist erst nach 48 Stunden wieder. Die genaue Zeit steht in der Gebrauchsanweisung des Mittels.
Darf ich Naturstein mit Essig putzen?
Nein, Essig gehört nicht auf Naturstein. Säurehaltige Mittel schaden der Oberfläche, und Kalkstein und Marmor ätzt die Säure an. Nehmen Sie klares Wasser oder einen Reiniger für Naturstein.
Muss Naturstein nach einem Fleckenentferner neu imprägniert werden?
Ja, nach einem Fleckenentferner muss Naturstein an dieser Stelle neu imprägniert werden. Das gilt für Flecken von Öl, Fett, Kosmetik und Rotwein gleichermaßen.
Darf man Naturstein mit dem Hochdruckreiniger säubern?
Nein, ein Hochdruckreiniger greift die Struktur von Naturstein an. Dasselbe gilt für scharfe Gegenstände. Für den Alltag reichen Besen, Wischmopp und klares Wasser.
Wie viel Wasser nehme ich beim Wischen von Naturstein?
Beim Wischen von Naturstein nehmen Sie so wenig Wasser wie nötig. Überschüssiges Wischwasser kann durch Risse in den Fugen und durch poröse Steine nach unten ziehen. Dort verursacht es Flecken und weiße Salzränder.
