Welcher Naturstein ins Bad passt
Im Bad zählt vor allem, wie ein Stein auf Reiniger reagiert. Harte Steine wie Granit und Gneis werden von Fachbetrieben üblicherweise mit sauren Mitteln gegen Zementschleier gereinigt, also gegen Mörtelreste nach dem Verfugen. Auf kalkhaltigem Stein ätzen dieselben Mittel die Oberfläche an. Marmor zählt dabei zu den Kalksteinen.
Ganz sicher sind aber auch harte Steine nicht. Ein Sachverständiger für Naturstein beschreibt einen Boden aus dem Hartgestein Nero Impala, der mit Säure rutschfester werden sollte. Die Säure griff den Stein an, und die ganze Fläche musste abgeschliffen werden.
Für Travertin und Schiefer nennen die Fachquellen dieses Ratgebers keine eigene Einstufung. Es gibt sehr viele Gesteinssorten, deshalb empfiehlt der Deutsche Naturwerkstein-Verband, ein Fachverband für Naturstein, eine Beratung durch einen Fachbetrieb. Lassen Sie sich vor dem Kauf schriftlich geben, ob Ihre Sorte kalkhaltig ist.
Warum Säure Marmor und Kalkstein angreift
Kalkstein und Marmor sind kalkhaltig, und Säure ätzt kalkhaltigen Stein an. Eine polierte Fläche wird dadurch rau. Mittel gegen Zementschleier und Rostumwandler sind sauer, und beide ätzen deshalb kalkhaltigen Stein an.
Auch das Gegenteil schadet. Stark alkalische Reiniger wie echte Schmierseife greifen polierte Kalksteine ebenfalls an. Der Deutsche Naturwerkstein-Verband rät deshalb, Naturstein grundsätzlich nur mit klarem Wasser zu reinigen.
Naturstein in der Dusche braucht Gefälle
In der Dusche muss das Wasser vollständig ablaufen. Bei Naturstein im Mörtelbett können schon kleine Pfützen, die lange stehen, den Belag schädigen. Die Fachregeln verlangen dann ein geplantes Gefälle oder eine andere Lösung, damit das Wasser vollständig abläuft.
Liegt eine Abdichtung direkt unter den Platten, braucht sie bei Naturstein keine zusätzliche Schutzschicht. Diese Abdichtung lässt aber meist Wasserdampf durch. Dringt von außen Feuchtigkeit ein und ist der Stein dicht, kann sich Nässe im Kleberbett stauen.
Wichtig ist auch, wie viel Kleber unter jeder Platte sitzt. Im Nassbereich empfiehlt der Verband, den Kleber auf den Boden und auf die Rückseite der Platte zu streichen. So liegt die Platte zu bis zu 90 Prozent im Kleber, sonst sind es etwa 65 Prozent. Je weniger Hohlräume, desto weniger Platz bleibt für Wasser.
Wasser unter dem Naturstein färbt ihn dauerhaft
Wasser, das unter die Platten gelangt, kann Naturstein dauerhaft verfärben. Derselbe Sachverständige beschreibt einen Boden aus dem Stein Kashmir White in einem Geschäftshaus. Nach einem Wasserschaden bekam er dunkle Flecken, die auch nach sechs Monaten unverändert waren. Weder Trocknen noch Schleifen half, und die betroffenen Platten mussten ausgetauscht werden.
Die Ursache waren Salze. Das Wasser hatte sie unter dem Belag gelöst, und sie lagerten sich nahe der Oberfläche im Stein wieder ab. Ein dünnes Kleberbett bringt weniger Wasser in den Boden als ein dickes Mörtelbett. Das Dünnbett ist nur 2 bis 5 Millimeter dick.
Wie solche Flecken entstehen und wie der Betrieb vorbeugt, erklärt der Ratgeber zur Verfärbung von Naturstein nach dem Verlegen. Zum Vergleich: Feinsteinzeug nimmt unter 0,5 Prozent seines Gewichts an Wasser auf.
So reinigen Sie Naturstein im Bad
Naturstein im Bad reinigen Sie am besten mit klarem Wasser und so wenig davon wie möglich. Wischwasser kann durch Risse in den Fugen und durch poröse Steine nach unten ziehen. Dort löst es Verfärbungen und weiße Salzränder aus.
- Wischen Sie mit klarem Wasser und nur so viel davon wie nötig.
- Nehmen Sie keine sauren Mittel auf Kalkstein und Marmor.
- Meiden Sie auch stark alkalische Mittel wie echte Schmierseife auf polierten Kalksteinen.
- Mittel gegen Zementschleier gehören nicht auf Kalkstein und Marmor mit feiner Oberfläche.
- Muss ein solches Mittel auf härteren Stein, nässen Sie die Fläche vorher, spülen danach mit viel Wasser nach und trocknen sie ab.
- Schonen Sie die Fugen, denn Mittel gegen Zementschleier greifen sie bei jedem Stein an.
Je feiner die Oberfläche bearbeitet ist, desto vorsichtiger sollten Sie mit Reinigern sein. Eine polierte Fläche verzeiht weniger als eine raue.
Raue Natursteinflächen rutschen weniger, verschmutzen aber schneller
Wie rutschig ein Natursteinboden ist, hängt an der Bearbeitung der Oberfläche. Glatt sind polierte, geschliffene und gebürstete Flächen. Rau sind gestrahlte, geflammte, gestockte und bruchraue Flächen.
Eine raue Fläche rutscht weniger, sie verschmutzt aber leichter und lässt sich schwerer reinigen. Für Barfußbereiche wie die Dusche gibt es eine eigene Prüfung mit nackten Füßen und Wasser. Ihre Ergebnisse lassen sich nicht mit den bekannten Rutschklassen R9 bis R13 vergleichen.
Ist der Stein kalkhaltig, etwa Marmor oder Kalkstein?
Reinigen Sie das Bad nur mit Wasser und milden Mitteln?
Dann geht der Stein auch im Bad. Saure Mittel und Mittel gegen Zementschleier sind tabu.
Nehmen Sie einen harten Stein wie Granit oder Feinsteinzeug in Steinoptik.
Liegt der Stein im Boden der Dusche?
Achten Sie auf Gefälle, Kleber auf Boden und Plattenrückseite und eine raue Oberfläche, die sich noch gut putzen lässt.
Der Stein passt. Lassen Sie sich die Sorte vom Betrieb schriftlich bestätigen.
Wer den passenden Stein gefunden hat, sucht als Nächstes den Betrieb dafür. Wer Naturstein verlegen lässt, kann Fliesenleger und Steinmetze fragen.
Häufige Fragen
Kann man Marmor im Bad verlegen?
Ja, Marmor kann im Bad liegen, wenn Sie ihn nur mit klarem Wasser und milden Mitteln reinigen. Saure Reiniger und stark alkalische wie echte Schmierseife greifen polierten Marmor an. Mittel gegen Zementschleier gehören nicht auf Marmor mit feiner Oberfläche.
Welcher Naturstein verträgt saure Reiniger?
Harte Steine wie Granit und Gneis vertragen saure Reiniger besser als Kalkstein und Marmor. Fachbetriebe reinigen sie üblicherweise mit sauren Mitteln gegen Zementschleier. Ganz sicher sind aber auch harte Steine nicht, ein Boden aus Nero Impala musste nach einer Säurebehandlung komplett abgeschliffen werden.
Warum bekommt Naturstein im Bad dunkle Flecken?
Dunkle Flecken im Naturstein entstehen oft durch Wasser, das unter die Platten gelangt. Es löst dort Salze, die sich nahe der Oberfläche wieder ablagern. In einem dokumentierten Fall waren solche Flecken nach sechs Monaten unverändert, und die Platten mussten raus.
Braucht Naturstein in der Dusche ein Gefälle?
Ja, Naturstein im Mörtelbett braucht in der Dusche in der Regel ein geplantes Gefälle. Schon kleine Pfützen, die lange stehen, können den Belag schädigen. Die Fachregeln verlangen deshalb, dass das Wasser vollständig abläuft.
Rutscht eine raue Natursteinoberfläche in der Dusche weniger?
Ja, eine raue Natursteinoberfläche rutscht weniger als eine polierte. Sie verschmutzt aber leichter und lässt sich schwerer reinigen. Eine nachträgliche Behandlung mit Säure für mehr Rutschfestigkeit kann den Stein beschädigen.
