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Rutschhemmung R9, R10 oder R11 für Ihre Fliesen

Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am

Für Ihr Haus schreibt keine Regel eine Rutschklasse vor. Als Maßstab dienen die Regeln für Arbeitsstätten: R9 für Flur und Gäste-WC, R10 für Bad und Küche, R11 oder R10 mit Profil für Terrasse und Außentreppe. In der Dusche zählt eine eigene Barfußgruppe, dort empfiehlt der Bundesverband Keramische Fliesen die Gruppe B.

Rutschklasse für Außentreppe und Eingang draußen
R11 oder R10 mit Profil
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Technische Regel für Arbeitsstätten Fußböden, Stand 23. Mai 2025
Barfußgruppe für die Dusche
B, über 18 bis 24 Grad
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, Information 207-006, Stand 1. Dezember 2025
Nasse, leicht raue graue Terrassenfliesen nach dem Regen in Nahaufnahme
Für Ihr Haus schreibt keine Regel eine Rutschklasse vor. Als Maßstab dienen die Regeln für Arbeitsstätten: R9 für Flur und Gäste-WC, R10 für Bad und Küche, R11 oder R10 mit Profil für Terrasse und Außentreppe. In der Dusche zählt eine eigene Barfußgruppe, dort empfiehlt der Bundesverband Keramische Fliesen die Gruppe B. Bild: KI generiert.

Was R9, R10 und R11 bei Fliesen bedeuten

Die Rutschhemmung einer Fliese wird auf einer schrägen Prüffläche gemessen. Eine Prüfperson geht mit genormten Schuhen über die eingeölte Fliese, während die Fläche langsam steiler gekippt wird. Der Winkel, bei dem sie zu rutschen beginnt, ergibt die Rutschklasse. R9 ist die niedrigste Stufe, R13 die höchste. Eine Fliese mit R9 ist also nicht rutschig, sie hat die geringste geprüfte Rutschhemmung.

Die Klassen reichen von 6 bis 10 Grad bei R9 bis über 35 Grad bei R13. R10 steht für über 10 bis 19 Grad, R11 für über 19 bis 27 Grad und R12 für über 27 bis 35 Grad. Je höher die Zahl, desto steiler darf die Fläche sein, bevor jemand rutscht.

Die fünf Rutschklassen nach der Technischen Regel für Arbeitsstätten Fußböden mit dem Prüfwinkel und Beispielen aus der Regel.
RutschklasseWinkel auf der PrüfflächeBeispiele aus der Regel
R96 bis 10 GradEingangsbereiche innen, Treppen innen, Toiletten, Pausenräume
R10über 10 bis 19 GradUmkleide- und Waschräume, Kaffee- und Teeküchen, Garagen ohne Regen
R11über 19 bis 27 GradEingangsbereiche außen, Außentreppen, Küchen in Heimen und Schulen
R12über 27 bis 35 GradKüchen in Restaurants, Großküchen in Kantinen
R13über 35 GradWurstküchen und andere Bereiche mit viel Fett

Bei profilierten Fliesen steht oft noch ein V mit einer Zahl dabei, etwa V4. Das ist der Raum zwischen den Erhebungen, in den Wasser, Fett oder Schmutz ausweichen können.

Welche Rutschklasse welcher Raum im Haus braucht

Die Technische Regel für Arbeitsstätten Fußböden gilt für Betriebe, nicht für Wohnungen. Sie ist trotzdem der genaueste Maßstab, weil sie für jeden Raumtyp einen begründeten Mindestwert nennt. Lesen Sie sie als Übersetzungshilfe für Ihr Haus.

  • Flur, Wohnzimmer, Schlafzimmer: R9 reicht.
  • Windfang und Flur direkt hinter der Haustür, in die Nässe von draußen getragen wird: R9, wie es die Regel für Eingangsbereiche innen nennt. Eine Fußmatte am Eingang fängt die Nässe ab.
  • Treppe im Haus: R9.
  • Gäste-WC ohne Dusche: R9, wie Toilettenräume.
  • Bad mit Waschbecken und Wanne: R10, wie Waschräume. Für die Dusche selbst gilt die Barfußgruppe.
  • Küche zu Hause: R10, wie Kaffee- und Teeküchen. R12 für Restaurantküchen wäre zu rau für die tägliche Reinigung.
  • Hauseingang draußen, Terrasse, Balkon und Außentreppe: R11 oder R10 mit Profil V4. Der Bundesverband Keramische Fliesen nennt für Terrassen mindestens R10.
  • Garage: R10, wenn kein Regen hineinkommt, sonst R11 oder R10 mit Profil V4.

In der Dusche zählt die Barfußgruppe

Die Rutschklassen R9 bis R13 werden mit Schuhen geprüft. In der Dusche stehen Sie aber barfuß auf Seifenwasser. Dafür gibt es ein eigenes Prüfverfahren mit nackten Füßen auf nasser Fliese. Das Ergebnis heißt Barfußgruppe A, B oder C, und die Anforderungen steigen von A bis C.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung ordnet die Gruppen Bereichen zu, etwa in Hotels, Sportstätten und Kliniken. Gruppe A steht für Prüfwinkel über 12 bis 18 Grad, Gruppe B für über 18 bis 24 Grad und Gruppe C für über 24 Grad.

Die drei Barfußgruppen nach der Information 207-006 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.
BarfußgruppePrüfwinkel barfußBereiche (Auswahl)
Aüber 12 bis 18 Gradweitgehend trockene Barfußgänge, Umkleideräume
Büber 18 bis 24 GradDuschräume und Duschbereiche, Dampfbäder, Beckenumgänge
Cüber 24 GradTreppen ins Wasser, Durchschreitebecken

Für eine bodengleiche Dusche zu Hause ist deshalb Gruppe B der Maßstab. Wird ein Bereich barfuß und mit Schuhen betreten, wie der Badboden vor der Dusche, gelten beide Werte. Eine Fliese mit Gruppe B und zugleich R10 deckt beide Fälle ab. Hersteller drucken beide Werte aufs Datenblatt, wenn die Fliese beide Prüfungen bestanden hat.

In der Dusche hilft auch kleines Format. Mosaik folgt dem Gefälle zum Ablauf ohne überstehende Kanten. Warum Mosaik dort gern liegt, erklärt der Ratgeber zu Mosaik im Duschboden.

Was für Fliesen im eigenen Bad gilt

Die Regeln für Arbeitsstätten und die Hinweise der Unfallversicherung richten sich an Arbeitgeber. In der Privatwohnung gelten sie nicht, das stellt die Unfallversicherung selbst klar. Zwei Dinge gelten trotzdem. Jeder Eigentümer muss Besucher, Mieter und Handwerker vor vermeidbaren Gefahren schützen. Und nach einem Sturz ziehen Gerichte mangels anderer Vorgaben die Werte aus den Arbeitsschutzregeln heran, so die Unfallversicherung.

Wer im Mehrfamilienhaus den Hauseingang, das Treppenhaus oder die Waschküche fliesen lässt, hält sich deshalb an die Regeln für Arbeitsstätten. Der Bundesverband Keramische Fliesen rät auch privat, sich in Risikobereichen an den gewerblichen Werten zu orientieren. Er nennt Gruppe B für begehbare Duschen und mindestens R10 für Terrassen.

Wer den Umbau zur bodengleichen Dusche mit dem Kredit Altersgerecht Umbauen der staatlichen Förderbank KfW bezahlt, muss den Duschplatz rutschhemmend fliesen lassen. Eine Klasse nennt die KfW nicht, der Fliesenleger belegt das mit dem Datenblatt der Fliese.

Welche Rutschklasse brauche ich?

Stehen Sie dort barfuß auf nassem Boden, etwa in der Dusche?

Ja

Barfußgruppe B, für den Badboden davor zusätzlich R10.

Nein

Liegt der Boden draußen, etwa Terrasse oder Außentreppe?

Ja

R11 oder R10 mit Profil V4. Bei einer Rampe eine Klasse mehr.

Nein

Ist es Bad oder Küche?

Ja

R10.

Nein

R9 reicht für Flur, Wohnräume, Gäste-WC und Treppe im Haus.

Warum mehr Rutschhemmung nicht immer besser ist

Rutschhemmung entsteht durch eine raue Oberfläche oder ein Profil, und beides hält Schmutz fest. Der Bundesverband Keramische Fliesen warnt, dass Fliesen mit zu hoher Rutschhemmung schwerer zu reinigen sind und Profile zu Stolperunfällen führen können. Eine R12-Fliese im privaten Bad bringt deshalb keine zusätzliche Sicherheit, sondern eine Fläche, an der Kalk und Seife haften.

Die Oberfläche entscheidet mehr als das Material. Naturstein gibt es poliert, geschliffen, geflammt oder gebürstet, und dieselbe Platte landet je nach Bearbeitung in einer anderen Klasse. Bei vielen Fliesenserien haben die polierte, die matte und die strukturierte Variante drei verschiedene Werte. Der Wert gehört deshalb immer zum einzelnen Artikel, nicht zur Serie.

So finden Sie die Rutschklasse auf dem Datenblatt

Nicht jede Fliese hat eine geprüfte Angabe zur Rutschhemmung. Fehlt der Wert im Datenblatt, hat die Fliese für Bad und Dusche keinen Nachweis. Verlangen Sie deshalb das technische Datenblatt des konkreten Artikels, bevor Sie Farbe und Format festlegen.

  1. Suchen Sie die Rutschklasse R9 bis R13 auf dem Datenblatt.
  2. Für Dusche und Wanne suchen Sie die Barfußgruppe A, B oder C. Fehlt sie, ist die Fliese für die Dusche nicht geprüft.
  3. Bei Fliesen mit Profil steht ein V mit Zahl dabei, etwa V4. Für Außentreppen erlaubt die Regel R10 mit V4 statt R11.
  4. Prüfen Sie, ob das Datenblatt zur bestellten Oberfläche gehört, poliert, matt oder strukturiert.
  5. Heben Sie einen Karton als Reserve auf. Dann lässt sich die Rutschhemmung später mit dem Neuzustand vergleichen.
  6. Lassen Sie sich das Gefälle der Dusche und die Lage des Ablaufs ins Angebot schreiben.

Ältere Datenblätter nennen eine andere Norm-Nummer als neuere. Nach Auskunft der Unfallversicherung sind die Ergebnisse nach alter und neuer Norm gleichwertig. Eine Fliese mit R10 nach der alten Norm bleibt eine R10-Fliese.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Rutschhemmung R9 und R11?

Fliesen mit R9 halten auf der Prüffläche einen Winkel von 6 bis 10 Grad, Fliesen mit R11 über 19 bis 27 Grad. R9 nennt die Regel für Arbeitsstätten für trockene Innenräume wie Flure und Toiletten, R11 für Eingänge draußen und Außentreppen. R10 liegt mit über 10 bis 19 Grad dazwischen und gilt für Waschräume und Küchen.

Welche Rutschhemmung brauchen Fliesen im privaten Bad?

Für Fliesen im privaten Bad schreibt keine Vorschrift eine Rutschklasse vor. Als Maßstab dienen die Regeln für Betriebe: R10 für den Badboden und Barfußgruppe B für die Dusche. Der Bundesverband Keramische Fliesen empfiehlt für begehbare Duschen ebenfalls Gruppe B.

Reicht R10 für eine bodengleiche Dusche?

Für eine bodengleiche Dusche zählt nicht die Rutschklasse R10, sondern die Barfußgruppe, weil Sie dort barfuß auf nassem Boden stehen. Die Unfallversicherung ordnet Duschbereiche der Gruppe B zu. Eine Fliese mit R10 ohne Barfußangabe ist für die Dusche nicht geprüft.

Welche Rutschhemmung brauchen Terrassenfliesen?

Terrassenfliesen brauchen nach dem Bundesverband Keramische Fliesen mindestens R10. Die Regel für Arbeitsstätten nennt für Eingänge draußen und Außentreppen R11 oder R10 mit Profil V4. Hat Ihre Terrasse eine Treppe, ist R11 die sichere Wahl.

Welche Rutschhemmung braucht der Flur hinter der Haustür?

Für den Flur hinter der Haustür nennt die Regel für Arbeitsstätten R9, auch wenn dort Nässe von draußen hineingetragen wird. Eine Fußmatte am Eingang fängt diese Nässe ab. Für den Bereich vor der Tür draußen gilt R11 oder R10 mit Profil.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Arbeitsstättenverordnung, Anhang Nummer 1.5: Fußböden müssen trittsicher und rutschhemmend sein, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de,
  2. ASR A1.5 Fußböden, Technische Regel für Arbeitsstätten, Ausgabe März 2022, zuletzt geändert GMBl 2025 S. 365 (23. Mai 2025), Anhang 1 und Anhang 2, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Ausschuss für Arbeitsstätten,
  3. DGUV Information 207-006 Bodenbeläge für nassbelastete Barfußbereiche, Ausgabe Dezember 2025, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV),
  4. Häufige Fragen des Sachgebiets Fußböden, Rampen, Treppen: Geltung in Wohngebäuden, DIN 51130 und DIN EN 16165, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), Fachbereich Handel und Logistik,
  5. Rutschhemmung von Fliesen: R-Gruppen, Barfußgruppen und Empfehlungen für Wohnbereiche (Stand 30. Januar 2024), Bundesverband Keramische Fliesen e.V.,
  6. Anlage zum Merkblatt Altersgerecht Umbauen, Kredit 159: Technische Mindestanforderungen, Stand September 2021, KfW Bankengruppe,

Einsatz von KI

Eine KI hat die wiederkehrenden Sätze auf den Seiten formuliert, die Ratgeber und das Glossar mitgeschrieben, Quellen gesucht und die Bilder erzeugt, auch das Bild auf der Startseite. Name, Adresse und Kontaktdaten der Fliesenleger stammen dagegen unverändert aus OpenStreetMap. Sie verarbeitet ein festes Programm und keine KI.

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Stand dieser Angaben: 4. Oktober 2026.