Glas, Keramik und Naturstein im Vergleich
Mosaik gibt es aus drei Materialien. Sie sehen verschieden aus, und sie brauchen beim Verlegen und Pflegen jeweils etwas anderes. Bevor Sie sich verlieben, lohnt ein Blick darauf, wo das Mosaik liegen soll.
| Frage | Keramikmosaik | Glasmosaik | Natursteinmosaik |
|---|---|---|---|
| Wo es passt | Wand und Boden | Wand und Akzente, Boden nur laut Datenblatt | meist Muster und Bordüren |
| Kleber | üblicher flexibler Kleber | weißer, verbesserter Kleber, bei Dauernässe Epoxidharz | Kleber, der den Stein nicht verfärbt |
| Empfindlich gegen | wenig | unebenen Untergrund, grauen Kleber | saure Reiniger, Feuchtigkeit aus dem Mörtel |
Wo Keramikmosaik passt
Keramikmosaik eignet sich für Wände und Böden. Viele Mosaike sind aus Feinsteinzeug, einer sehr dichten Keramik. Sie nimmt höchstens 0,5 Prozent Wasser auf und ist deshalb robust, auch in Nassbereichen.
Für den Boden der Dusche zählt, ob das Mosaik geprüft rutschhemmend ist. Für Duschen empfiehlt der Bundesverband Keramische Fliesen die Barfußgruppe B. Diese Angabe steht im Datenblatt des Mosaiks. Fehlt sie, ist das Mosaik für den Duschboden nicht geprüft.
Wo Glasmosaik passt und was es braucht
Glasmosaik lebt von seiner Farbe und seinem Glanz. Es nimmt kein Wasser auf, und genau das macht das Verlegen schwierig. An reinem Zementkleber haftet es schlecht. Der Fliesenleger braucht einen verbesserten Kleber, bei hoher oder ständiger Nässe nach Angaben des Herstellers PCI einen Kleber aus Epoxidharz.
- Weißer Kleber: Durch durchsichtiges Glas sieht man den Kleber. Ein grauer Kleber macht das Mosaik trüb und fleckig.
- Ebener Untergrund: Die kleinen Glassteine können keine Dellen ausgleichen. Der Fliesenleger spachtelt die Fläche vorher glatt.
- Dünnes Kleberbett: Der Hersteller nennt eine Zahnung von 2 bis 3 Millimetern für die Kelle.
- Saubere Fugen: Kleber, der in die Fugen quillt, muss heraus, bevor er hart wird. Sonst zeichnet er sich durch die Fuge ab.
Glasmosaik an der Wand der Dusche, als Streifen im Bad oder als Rückwand in der Küche ist deshalb kein Problem, wenn der Betrieb diese Punkte kennt. Wer nach einem Betrieb mit Erfahrung sucht, findet Hinweise im Ratgeber Mosaikleger oder Fliesenleger.
Natursteinmosaik und seine Schwachstellen
Mosaik aus Marmor, Kalkstein oder Schiefer wirkt edel. Meist setzt man es als Muster oder Bordüre zwischen andere Fliesen. Naturstein ist aber empfindlicher als Keramik oder Glas.
Kalkhaltige Steine wie Marmor vertragen keine sauren Reiniger. Säure greift die Oberfläche an und macht sie stumpf. Ein Sachverständiger für Naturstein beschreibt außerdem, dass das Wasser aus zementhaltigem Mörtel manche Steine verfärben kann. Der Fliesenleger muss deshalb einen Kleber wählen, der zum Stein passt.
Netz, Papier oder Folie auf dem Mosaik
Mosaik kommt in Blättern. Wie die Steine zusammengehalten werden, entscheidet mit, wo das Mosaik liegen darf.
- Netz auf der Rückseite: die häufigste Form. Das Netz verkleinert die Fläche, mit der die Steine am Kleber haften, um bis zu 50 Prozent. Bei Dauernässe kann sich der Netzkleber auflösen.
- Papier auf der Vorderseite: Die Rückseite haftet voll am Kleber. Der Fliesenleger zieht das Papier nass ab, bevor der Kleber hart wird.
- Folie auf der Vorderseite: wie Papier, aber durchsichtig. Der Fliesenleger sieht beim Verlegen, ob die Steine richtig sitzen.
Für Flächen, die ständig nass sind, etwa Schwimmbecken, braucht es Mosaik mit Papier oder Folie auf der Vorderseite. Der Hersteller PCI rät davon ab, Mosaik mit Netz in Nassbereichen zu verwenden. Fragen Sie deshalb beim Kauf, wie Ihr Mosaik geliefert wird.
Welche Fuge zu welchem Mosaik passt
Mosaik hat viel mehr Fugen als normale Fliesen. Die Wahl der Fuge zählt deshalb doppelt. In trockenen Bereichen reicht ein Zementfugenmörtel. Für Nassbereiche und Schwimmbecken empfiehlt der Hersteller PCI eine Fuge aus Epoxidharz, weil sie sehr beständig ist und auch saure Reiniger aushält.
Bei Bildmosaiken mit vielen Farben soll die Fuge oft nicht auffallen. Dafür gibt es Fugen in passenden Farben und fast farblose Fugen aus Epoxidharz. Welche Fuge in Ihr Bad passt, vergleicht der Ratgeber Epoxidharzfuge oder Zementfuge.
Häufige Fragen
Welcher Kleber ist richtig für Glasmosaik?
Glasmosaik braucht einen weißen, verbesserten Fliesenkleber, damit nichts durchscheint und das Glas gut haftet. Bei hoher oder ständiger Nässe empfiehlt der Hersteller PCI einen Kleber aus Epoxidharz. Reiner Zementkleber haftet an Glas schlecht.
Kann man Glasmosaik in der Dusche verlegen?
Ja, an der Wand der Dusche ist Glasmosaik üblich. Für Flächen, die ständig nass sind, sollte es mit Papier oder Folie auf der Vorderseite geliefert werden statt mit Netz auf der Rückseite. Für den Duschboden muss das Datenblatt eine Barfußgruppe nennen.
Ist Keramikmosaik oder Glasmosaik besser für den Boden?
Für den Boden zählt bei beiden Materialien die geprüfte Rutschhemmung, nicht das Material allein. Ob ein Mosaik auf den Boden darf, steht im Datenblatt. Für die Dusche zählt die Barfußgruppe, empfohlen wird B.
Ist Natursteinmosaik für das Bad geeignet?
Ja, aber es braucht mehr Sorgfalt als Keramik. Kalkhaltige Steine wie Marmor vertragen keine sauren Reiniger, und das Wasser aus zementhaltigem Mörtel kann manche Steine verfärben. Der Fliesenleger muss einen Kleber wählen, der zum Stein passt.
Was ist besser, Mosaik auf Netz oder auf Papier?
Für trockene Wände ist Mosaik auf Netz in Ordnung und am häufigsten. Für Flächen, die ständig nass sind, ist Mosaik mit Papier oder Folie auf der Vorderseite besser, weil die Steine dann mit der ganzen Rückseite am Kleber haften.
